Freitag, 29. November 2013

Das Auto fit für den Winter machen - meine Tipps!

Wir haben Ende November und es wird aller höchste Zeit, den Wagen fit für den Winter zu machen!
Ich hab hier mal einige Tipps rund um das Thema:


Reifen:
Seit vielen Jahren sind Winterreifen Pflicht! Bei den Winterreifen ist nicht nur auf das "M+S-Zeichen" zu achten, sondern auf die Schneeflocke! Nur die Schneeflocke zeichnet einen echten Winterreifen aus, wie er vorgeschrieben ist! Das gilt besonders für Ganzjahresreifen.
Ganzjahresreifen sind eher ein Kompromiss, denn ein Ganzjahresreifen (oder auch Allwetterreifen genannt) ist niemals so gut wie ein richtiger Sommer- oder Winterreifen. Wer aber nicht grad aufm Land oder in den Bergen wohnt, der kann auch zu Ganzjahresreifen greifen. Zum Beispiel hier im Ruhrpott ist immer gut geräumt und gestreut, da kommt man eigentlich nie in wirklich gefährliche Situationen. Im Schnee funktionieren auch die Ganzjahresreifen super und bei Glatteis hilf auch der beste Winterreifen nichts mehr ;)
Wer sich für einen Ganzjahresreifen entscheidet, sollte aber unbedingt den Testsieger nehmen: Den Goodyear Vector 4Seasons
Da ein Ganzjahresreifen bereits ein Kompromiss ist, sollte man dort nicht noch mehr Kompromisse eingehen!
HIER gehts zur allgemeinen Reifensuche. Auch bei den Sommer- und Winterreifen sollte man eher zu den Markenreifen greifen und von "runderneuerten" Reifen sollte man besser ganz die Finger lassen! Man merkt den Unterschied!

 


Wischwasser:
Ebenso ist es seit einigen Jahren Pflicht, immer genug Wischwasser mit entsprechenden Frostschutz in der funktionierenden Scheibenwischanlage zu haben! Im schlimmsten Fall zahlt man 40 Euro und bekommt einen Punkt in Flensburg.
Auf keinen Fall sollte man Spiritus in das Wischwasser geben: Das kann Dichtungen und andere Kunststoffe angreifen!
Bei verschiedenen Discountern bekommt man jetzt 5 Liter Wischwasser für rund 5 Euro. Diese Wischwasser sind oft bis -60 Grad Celsius geeignet! Das heißt, man kann das in unserem Breitengrad auch noch 1 zu 1 mit Wasser verdünnen und hat dann immer noch Schutz bis -30 Grad Celsius!
Dazu muß man aber auch sagen, daß diese billigen und entsprechend verdünnten Wischwasser keine besonders gute Reinigungswirkung haben und oft sogar schmieren. 
Besser aber auch deutlich teurer ist zum Beispiel ein spezielles Wischwasser von Sonax (13,50 Euro für 5 Liter).

 


Scheibenwischer:
Die Scheibenwischer sollte man einmal im Jahr wechseln, aber am besten nach dem Winter! Im Winter leidet ein Scheibenwischer stark und ist im Frühjahr dann meistens defekt. 
Ich habe schon Scheibenwischer von Bosch (15 Euro) und billige No-Name-Wischer (3 Euro) getestet. Die billigen Wischer fangen schon nach 2-3 Monaten an zu springen und zu schmieren... wers nicht glaubt, kann ja mal selbst testen (so wie ich jetzt gemacht habe), oder man vertraut auf verschiedene Tests und Erfahrungen und holt sich gleich nen vernünftigen Bosch Twin oder Bosch AeroTwin


 


Batterie:
Die Batterie wird im Winter besonders beansprucht und sollte daher kontrolliert werden. Mit einem einfachen Multimeter kann man die Spannung messen, die über 12,7 Volt liegen sollte. Bei 12,3 Volt wäre die Batterie halb leer und liegt der Wert auch nur leicht unter 12 Volt, ist die Batterie schon viel zu leer! Bei laufenden Motor sollte die Batterie mit 13,8 bis 14,4 Volt geladen werden.
Fährt man zu wenig, kann die Batterie nicht mehr ausreichend geladen werden und man muß selbst mit einem Ladegerät für Autobatterien nachhelfen. Hilft auch das nichts mehr, ist eine neue Autobatterie fällig... auch hier bitte keine Billigprodukte nehmen! "Varta" und "Banner" sind zum Beispiel gute Marken.

 

sonstige Wartung und Pflege:
Vor dem Winter sollte man mit dem Wagen in die Autowäsche und dort auch eine Unterbodenwäsche durchführen. Den Wagen mit Wachs versiegeln lassen, damit das Blech nicht vom Salz angegriffen werden kann (bzw. nicht so gut). Nach dem Winter sollte man das wiederholen und wenn möglich, sollte man den Wagen auch im Winter ab und zu oberflächlich waschen.

Die Dichtungen von den Türen und vom Kofferraum sollte man mit einem Hirschtalg-Stift einreiben: Das schützt das Gummi und verhindert, daß die Türen festfrieren. Bekannter sind zwar Glyzerin-Stifte, aber die wirken nicht so gut.

Auch das Kühlwasser sollte man prüfen: Ist noch genug drin? Ist es nicht zu alt (siehe dazu Wartungsplan des Autos)? Ist genügend Frostschutz vorhanden (Frostschutzprüfer)? Viele Autohäuser und Werkstätten biete Winter-Sicherheits-Checks kostenlos an! Allerdings wird dann beim Material gerne abgezockt, falls was nötig ist...

Scheinwerfer-Birnen noch OK?  Falls man noch normale Halogen-Lampen und kein Xenon hat, dann empfehle ich die Osram Night Breaker, die wirklich deutlich heller sind als normale Lampen.

Praktische Gadgets:
Eine Sitzheizung ist ein wahrlich toller Luxus! Und man kann ihn günstig nachrüsten!
Die professionelle Variante: Einbau-Sitzheizung für 35 Euro pro Sitz
Diese Heizung wird in den Sitz eingenäht, richtig mit dem Auto verkabelt und der Schalter vernünftig integriert. Hier gehört viel Geschick dazu, oder man lässt sich die für einen entsprechenden Preis von einer Werkstatt einbauen.
Einfacher und günstiger: Die Sitzauflage für 18 Euro
Diese Auflage legt man einfach auf den Sitz und steckt sie in den Zigarettenanzünder, bzw. in die Bordsteckdose. Ist nicht so schön und professionell, aber die Variante funktioniert ebenfalls sehr gut und im Frühjahr nimmt man sie einfach wieder aus dem Auto raus.

Da man im Winter oft Schnee mit ins Auto bringt, entsteht im Auto oft eine hohe Luftfeuchtigkeit, die dann für beschlagene Scheiben sorgt. Dafür gibt es einige (wiederverwendbare) Entfeuchter extra für Autos, die aber meistens recht wenig bringen. Besser sind da handelsübliche Luftentfeuchter für Wohnräume. Gibts auch von anderen Marken und günstig beim Discounter. Die stellt man einfach unter einen Sitz, in den Kofferraum (wenn offen zum Innenraum) oder sonst wo hin. Eine Füllung reicht locker für eine Saison, wobei 1000 Gramm für die ganz feuchten Fälle sind... normal feuchte Autos kommen auch mit 500 Gramm Packungen aus!
Ebenfalls gut gegen beschlagene Scheiben sind Anti Fog oder Anti Beschlag Sprays

 

Kratzt Du noch, oder sprühst Du schon? Die chemische Keule gegen frostige Scheiben spart echt viel Zeit! Einfach grob den Schnee von den Scheiben entfernen und den Scheibenenteiser auf die vereiste Scheibe sprühen und bereits nach wenigen Sekunden ist die Scheibe frei! Mein persönlicher Favorit unter den Winter-Gadgets ;)


Treibstoffe:
Man glaubt es kaum, aber im Winter benötigt man andere Treibstoffe! Beachten muß man dabei recht wenig, da die Tankstellen das selbst umstellen.
Zum Beispiel beim Diesel: http://de.wikipedia.org/wiki/Winterdiesel#Deutschland
Man sollte halt drauf achten, daß man nicht einen Kanister Sommer-Diesel daheim hat und den dann im tiefsten Winter tankt ;)
Ähnlich ist es beim Benzin (siehe hier), auch dort gibt es eine Sommer-, Winter- und Übergangsmischung. Auch beim LPG muß man auf die Mischung achten: Im Winter tankt man besser eine 40/60 Butan-Propan-Mischung. Die billige 95/5 Mischung (die ich nicht mal im Sommer tanke) kann bei kalten Temperaturen Probleme verursachen!

Es gibt auch einige Additive zum selbst mischen, falls man meint daß es nötig wäre.



So, das waren meine Tipps, ich hoffe ich habe nichts wichtiges vergessen und Ihr habt vielleicht noch was gelernt ;) Kommt gut durch den Winter!

Donnerstag, 28. November 2013

BMW i3 Euro NCAP Crash-Test

Eigentlich war es für mich selbstverständlich, daß der BMW i3 beim Euro NCAP Crash-Test fünf Sterne erreicht... es handelt sich hier schließlich um einen in der Grundausstattung 45.000 Euro 35.000 Euro teuren BMW mit neuester Technik.
Dachte ich... denn der i3 bekam nur 4 Sterne!


Das Ergebnis des Crash-Tests:
Insassenschutz Erwachsene 86%
Insassenschutz Kinder 81%
Fußgängerschutz 57%
Sicherheitsunterstützung 55%
(Quelle Euro NCAP)


Die Reaktion der Fanboys war schon zu erwarten: "Der Test ist Quatsch und der BMW i3 ist trotzdem das sicherste Auto seiner Klasse..."

Naja... Fakt ist: in seiner Klasse ist der i3 sogar der Schlechteste: http://de.euroncap.com/de/small_family_car.aspx
In der Kategorie "Kompaktwagen" hat neben dem i3 nur der Ford EcoSport ebenfalls mit vier Sternen abgeschnitten (dabei hat der Ford aber mehr Punkte als der BMW).

Die Fanboys versuchen sich zu erklären: "Fußgängerschutz ist Quatsch und interessiert niemanden!"

Mag sein - mich interessiert es auch nicht ;) Man selbst will sicher unterwegs sein, niemand achtet beim Kauf darauf, wie sicher ein Auto für die Fußgänger ist... Also lassen wir den Fußgängerschutz mal außen vor! Und das obwohl der i3 ausdrücklich ein Stadtauto ist ;)

Weiter heißt es von den Fanboys: "Hätte der i3 einen Gurtwarner, dann hätte er bei der Kategorie "Sicherheitsunterstützung" besser abgeschnitten und hätte dann auch fünf Sterne bekommen. Gurtwarner sind irrelevant!"

Ein Gurtwarner piepst, wenn man sich nicht anschnallt. Stimmt, das ist ein schwachsinniges System! Die einen schnallen sich absolut selbstverständlich an, die anderen überbrücken den Gurtwarner einfach. Aber: Wer glaubt ernsthaft, daß ein popeliger Gurtwarner in der Bewertung 25-30% ausmacht? Hätte der i3 einen Gurtwarner, hätte er die fünf Sterne trotzdem nicht bekommen!
Aber lassen wir mal die Sicherheitssysteme auch mal außen vor...

Konzentrieren wir uns auf das wesentliche: Den Insassenschutz für Erwachsene! Denn auch da hat der i3 nur 86% erreicht und ist damit Schlußlicht in seiner Kategorie im Jahr 2013 und 2012! Schlechter war nur der Chevrolet Volt im Jahr 2011 mit 85%!

Um mal zu zeigen wer ähnlich sicher ist wie der BMW i3:
Der Nissan Note mit 86/82/58/70 %
Der Dacia Sandero mit 80/79/57/55 %

Also das mal zum Thema "besonders sichere Fahrgastzelle aus Carbon" und "3 Milliarden Euro für die Entwicklung"...

Das Ergebnis in Sachen Sicherheit: Der BMW i3 ist so sicher wie ein Nissan Note oder Dacia Sandero! Heißt er ist nicht unsicher, aber er ist auch nicht herausragend sicher und bei weitem nicht so sicher, wie man es in dieser Preisklasse erwarten würde!
Schade drum und sehr peinlich für BMW... bin mal gespannt was die dazu sagen werden!




Korrektur: 
Ich habe fälschlicherweise geschrieben, der i3 würde 45.000 Euro kosten. Das ist falsch, er kostet nur 35.000 Euro! Damit ist er gerade mal 5000 Euro teurer als der vergleichbare (aber unterlegende) Nissan Leaf.
HIER der aktuelle Vergleich zwischen dem BMW i3 und Nissan Leaf.