Donnerstag, 28. November 2013

BMW i3 Euro NCAP Crash-Test

Eigentlich war es für mich selbstverständlich, daß der BMW i3 beim Euro NCAP Crash-Test fünf Sterne erreicht... es handelt sich hier schließlich um einen in der Grundausstattung 45.000 Euro 35.000 Euro teuren BMW mit neuester Technik.
Dachte ich... denn der i3 bekam nur 4 Sterne!


Das Ergebnis des Crash-Tests:
Insassenschutz Erwachsene 86%
Insassenschutz Kinder 81%
Fußgängerschutz 57%
Sicherheitsunterstützung 55%
(Quelle Euro NCAP)


Die Reaktion der Fanboys war schon zu erwarten: "Der Test ist Quatsch und der BMW i3 ist trotzdem das sicherste Auto seiner Klasse..."

Naja... Fakt ist: in seiner Klasse ist der i3 sogar der Schlechteste: http://de.euroncap.com/de/small_family_car.aspx
In der Kategorie "Kompaktwagen" hat neben dem i3 nur der Ford EcoSport ebenfalls mit vier Sternen abgeschnitten (dabei hat der Ford aber mehr Punkte als der BMW).

Die Fanboys versuchen sich zu erklären: "Fußgängerschutz ist Quatsch und interessiert niemanden!"

Mag sein - mich interessiert es auch nicht ;) Man selbst will sicher unterwegs sein, niemand achtet beim Kauf darauf, wie sicher ein Auto für die Fußgänger ist... Also lassen wir den Fußgängerschutz mal außen vor! Und das obwohl der i3 ausdrücklich ein Stadtauto ist ;)

Weiter heißt es von den Fanboys: "Hätte der i3 einen Gurtwarner, dann hätte er bei der Kategorie "Sicherheitsunterstützung" besser abgeschnitten und hätte dann auch fünf Sterne bekommen. Gurtwarner sind irrelevant!"

Ein Gurtwarner piepst, wenn man sich nicht anschnallt. Stimmt, das ist ein schwachsinniges System! Die einen schnallen sich absolut selbstverständlich an, die anderen überbrücken den Gurtwarner einfach. Aber: Wer glaubt ernsthaft, daß ein popeliger Gurtwarner in der Bewertung 25-30% ausmacht? Hätte der i3 einen Gurtwarner, hätte er die fünf Sterne trotzdem nicht bekommen!
Aber lassen wir mal die Sicherheitssysteme auch mal außen vor...

Konzentrieren wir uns auf das wesentliche: Den Insassenschutz für Erwachsene! Denn auch da hat der i3 nur 86% erreicht und ist damit Schlußlicht in seiner Kategorie im Jahr 2013 und 2012! Schlechter war nur der Chevrolet Volt im Jahr 2011 mit 85%!

Um mal zu zeigen wer ähnlich sicher ist wie der BMW i3:
Der Nissan Note mit 86/82/58/70 %
Der Dacia Sandero mit 80/79/57/55 %

Also das mal zum Thema "besonders sichere Fahrgastzelle aus Carbon" und "3 Milliarden Euro für die Entwicklung"...

Das Ergebnis in Sachen Sicherheit: Der BMW i3 ist so sicher wie ein Nissan Note oder Dacia Sandero! Heißt er ist nicht unsicher, aber er ist auch nicht herausragend sicher und bei weitem nicht so sicher, wie man es in dieser Preisklasse erwarten würde!
Schade drum und sehr peinlich für BMW... bin mal gespannt was die dazu sagen werden!




Korrektur: 
Ich habe fälschlicherweise geschrieben, der i3 würde 45.000 Euro kosten. Das ist falsch, er kostet nur 35.000 Euro! Damit ist er gerade mal 5000 Euro teurer als der vergleichbare (aber unterlegende) Nissan Leaf.
HIER der aktuelle Vergleich zwischen dem BMW i3 und Nissan Leaf.

1 Kommentar:

Tobias Haase hat gesagt…

Was ich mich frage: Wie kann man 3.000 Millionen Euro (das muss man mal so schreiben, um es besser zu realisieren) in so ein Projekt stecken, für das Ergebnis 50.000 € verlangen und alles was man bekommt ist so eine durchgestylte Brotbüchse? Es ist ja nicht so, als müssten die Hersteller das Rad neu erfinden und ständig bei Null anfangen.

Soviel Geld und alles was man dafür bekommt ist... sowas? Da hätte ich mindestens einen Abklatsch vom DeLorean erwartet, der mich pünktlich zur Arbeit bringt, wenn ich mal zwei Stunden hinter der Zeit hinke.

Und auch weiterhin wird sich nichts an der Auto-Landschaft in Deutschland ändern, nur die wenigsten werden sich so ein Auto leisten können und wenn, dann sicherlich nicht aus Umwelt-Gründen, sondern weil es chic ist. Zum Beispiel als Dritt- oder Viertwagen, wenn die Kumpels die beiden Familien-SUVs langweilig finden und man mal wieder auffallen möchte.